Medien und Stöckchenschwenker zum Dritten

Und weil’s so schön war mit der Zeit und mit dem Südkurier: Hier noch ein knapp vier Wochen alter Artikel, in dem auch die Augsburger Allgemeine ihre Inkompetenz in Sachen Recherche, Hintergrundwissen und journalistischem Handwerk eindrucksvoll beweist. Und schon wieder eine Ferienprogramm, diesmal in einem bayrischen Kleinkaff. Liebe „Journalisten“ und „Redakteure“, seriöses Blattmachen geht anders.

Und zwar so: Zu einem Termin gehört eine Vor- und / oder Nachrecherche. Die hätte im Zeitungsumdrehen hervorgebracht, dass Wünschelrutelei zwar eine lange Tradition hat, aber ebenso lange den Beleg schuldig bleibt zu funktionieren.

Neben einer sorgfältigen Recherche könnte man auch in Betracht ziehen, das Hirn einzuschalten. Das würde dann folgende Fragen aufwerfen:

Was ist eigentlich diese Wasserader, die die Stöckchenschwenker angeblich suchen? Antwort: Es gibt gar keine Wasseradern. Au Backe, da ist also die Voraussetzung für den ganzen Klimbim nicht gegeben. Wer sich vom Totalschaden der Prämisse nicht unnötig ablenken lassen mag, könnte dennoch eventuell versuchen herauszufinden, ob es denn experimentelle Überprüfungen gab? Und siehe da, es gab sie. Und siehe da, es hat nicht funktioniert.

Nun könnte der geneigte Journalist auf die Idee kommen, dass Wünschelrutelei nichts anderes ist als Scharlatanerie, mit der man antiwissenschaftlich und entgegen jede Vernunft seine Zeit verplempern kann. Er könnte sogar herausfinden, dass mit dem Wedeln von Hölzchen Geld verdient wird – sprich: Gutgläubige und / oder Dumme werden finanziell geschädigt. Das wäre aber auch mal eine knackige, gar investigative Story!

Der Journalist könnte aber auch einfach denselben Käse widerkäuen, den ihm die Damen und Herren mit den Stöckchen andrehen. So geht Qualitätsjournalismus. Nicht.

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