Reichsburgerwochen: Einstiegsdroge und Folgen – ein Gastkommentar

Lalaburg hat im dritten Teil der Reichsburgerwochen einen schlauen Kommentar gepostet über die Einstiegsdroge zum Reichsbürgertum, das Behörden-Verhalten, was die Reichis daran nicht verstehen und wie das traurige Ergebnis aussehen kann. Da sicher nicht alle die Diskussionen und Anmerkungen bei den Artikeln verfolgen, gibt’s Lalaburgs Gedanken als Zwischenmenü der Reichsburgerwochen. Los geht’s:

[Kommentar Lalaburg]

Das Fatale an der “Bist du Reichsbürger oder Selbstverwalter, brauchst du nix mehr löhnen”-Argumentation ist, dass es eine ideale Einstiegsdroge in die Welt des Reichbürgerunwesens darstellt. Über die Souveränität der Bundesrepublik, überhaupt über rechtliche Fragen macht man sich im Alltag nicht unbedingt Gedanken. Mehr Geld möchte hingegen wohl jeder zur Verfügung haben, und Bußgelder zahlt wohl auch niemand gerne.

Leider spielte in der Vergangenheit, inzwischen ist erfreulicherweise die Dimension des Problems weithin erkannt worden, das nachsichtige Verhalten mancher Behörden den Staatsverleugnern in die Hände. Zumindest im Bereich der Ordnungswidrigkeiten konnte man reichsbürgerseits leider eine Reihe vermeintlicher “Erfolge” vorzuweisen. Nach dem Verschicken eines möglichst verschwurbelten Textes -je ausufernder, je pseudo-juristischer, desto besser- kam es ab und an zu einem Einstellungsbescheid.

Dieser Umstand wurde auf zahlreichen einschlägig staatsverleugnenden Internetseiten dokumentiert und gefeiert. Wobei dort natürlich nicht darüber aufgeklärt wurde, dass es bei Ordnungswidrigkeiten im Ermessen der zuständigen Behörde steht, ein Verfahren einzuleiten oder einzustellen, hier also ein hoheitlicher Akt vorliegt, der nachdrücklich die Handlungsfähigkeit des Staates dokumentiert. Und dass der Umstand der Einstellung vermutlich sehr, sehr wenig mit dem Inhalt des verschickten Schreibens, aber sehr viel mit der Arbeitsüberlastung der Behörden zu tun hat.

Gerade auch in finanziellen Schwierigkeiten steckende Leute lassen sich ob dieser “Erfolge” ködern und suchen aus Unwissenheit, Trotz, Naivität oder Verzweiflung einen Ausweg aus ihrer Misere per “Zahlungsverweigerung mittels reichsdeutscher Argumentation”. Mit überwiegend ausgesprochen unschönem Ergebnis. Nicht beglichene Raten und Bußgelder, Verfahrenskosten und Gebühren türmen sich auf, am Ende des reichsdeutschen Weges warten oftmals Insolvenz, Zwangsversteigerung und Haft.

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