Die Bundeswehr will familienfreundlicher werden …

… tönt es die Tage aus den Medien. Vorschlag: Weniger Mütter, Väter und Kinder zu töten wäre ein prima Anfang.

Weltweit sind deutsche Soldaten im Einsatz, gerade wickelt die Bundeswehr ihr Kapitel zehn Jahre Krieg in Afghanistan ab. Wie viele Menschen deutsche Soldaten bei ihren Einsätzen getötet haben, ist nicht genau zu belegen. Der Berliner Pirat Enno Lenze hatte dazu im vergangenen Jahr die Bundeswehr angeschrieben, jedoch lediglich zur Antwort erhalten, dass man darüber keine Statistik führe.

Dass deutsche Soldaten Menschen getötet haben, ist freilich sicher. Ja, es ist geradezu zwingend anzunehmen. Denn man mag es hundertmal Friedensmission nennen – es wäre höchst unplausibel anzunehmen, dass man ein Land besetzt und dies mit Argumenten und Gänseblümchen hinbekommt. Soldaten töten. Dazu werden sie ausgebildet. Ob dies absichtlich und unabsichtlich geschieht, ist unerheblich. Ob man Zivilisten, so genannte Terroristen oder feindliche Soldaten tötet, ist unerheblich. Am Ende ist ein Mensch tot.

Im August 2008 töten deutsche Soldaten eine Frau und zwei Kinder.

Im September 2009 töten US-Kampfflugzeuge, die von einem deutschen Offizier angefordert wurden,  bis zu 142 Menschen.

Im November 2010 tötet eine Drohne, die von deutschen Isaf-Kräften angefordert wurde, vier Menschen.

Dass nun die neue Kuschelmilitärministerin von der Leyen sich für eine familienkompatible Bundeswehr stark macht, ist eine Steilvorlage fürs politische Kabarett. Und es ist in höchstem Maße zynisch.

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2 Kommentare zu “Die Bundeswehr will familienfreundlicher werden …

  1. Der österreichische Militärministerkollege Klug würde das Verhalten von Frau v.d. Leyen wahrscheinlich als situationselastisch bezeichnen, eine Wortkreation die schon im Februar mit vermutlich uneinholbarem Vorsprung ins Rennen um das (Un)wort des Jahres startete. Der Rest der Welt kann wirklich froh sein, dass wir Ösis ein traditionell knappes Rüstungsbudget haben, aber zum Phrasen dreschen reicht es schon noch.
    Die Wortspende erfolgte übrigens im Zusammenhang mit einem ziemlich deftigen Finanzdebakel – manche sprachen vom bisher größten Skandal der 2. Republik, seither wird die Sache fachmännisch sukzessive kleingeredet – da schickte die Regierung kurzerhand zwischendurch mal den Verteidigungsminister zum Interview. Da bleibt natürlich nicht mehr viel Zeit, sich auch noch um internationale Einsätze zu kümmern, für die jungen Zwangsverpflichteten will man ja auch noch bessere Ausbildungsbedingungen gewährleisten.
    Bevor man anfängt WLAN-Accesspoints in den Rekrutenquartieren einzubauen, sollte man die Cyber-Sicherheitsabteilung aber mal die eigenen Netzwerke gut absichern lassen, sonst hat man keine ruhige Minute mehr, falls da mal ein paar Nerds durch die Tauglichkeitsprüfung kommen sollten und die Kasernen unsicher machen.

    • *totlach* ja, „situationselastisch“ habe ich auch mitbekommen. Grundgütiger, aber der Bub ist halt auch noch ganzschön Grün hinter den Ohren .. Obwohl, er strebt ja auch schon auf die Fuffzig zu. Sowas hätte ich eher bei einem Jungspunt wie dem CSU-Büble erwartet, der „Chabos wissen wer der Babo ist“ gewahlplakatet hatte.

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