CNN: neun gute Tipps, ein potenzierter Stuss und unterlassene Hilfeleistung

Der Gesundheitssender CNN verwöhnt den Leser seiner Website hier mit zehn Tipps, was man als Bildschirmarbeiter gegen seine müden, gar schmerzenden Augen alles machen kann. Dass in dem Artikel die gequirlte Weinraute versteckt wird, geschenkt. Denn mir ist bei der Recherche (mal wieder) ne Ader geplatzt: Das olle Wunderkraut wird von den Höbbadden© als „Notfallmittel“ beworben (ich verlinke absichtlich nicht auf diesen Stuss, müsst schon selbst gugeln).

Wer hat sich schonmal den Finger in einer Tür gequetscht oder den Hammer auf die Flossen gehauen? Das. Tut. Scheiß. Weh. Und damit man länger was vom Schmerz hat, bildet sich augenblicklich ein Bluterguss (danke, Körper).

Was hilft akut? Finger unter fließendes kaltes Wasser halten oder einen Kühlpack drauf (macht n Handtuch oder sowas dazwischen, sonst gibt’s u.U. Erfrierungen). Was passiert? Zweierlei: Die Kälte betäubt oder beruhigt zumindest die Schmerzrezeptoren der Haut, es tut weniger weh. Und: Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und es blutet weniger oder gar nicht mehr ins Gewebe ein. Dadurch wird die Schwellung nicht gar so schlimm, die Schmerzen sind geringer. Alles nur mit Wasser aus dem Wasserhahn.

Freilich könnte man auch gar nichts machen. Oder auf die hirnrissige Idee kommen, Zucker mit geschredderter und so hoch verdünnter Weinraute zu schlucken, dass von dem Kraut sowieso nix mehr drin ist. Derweil ergötzt man sich an seinem pochenden und immer dicker werdendem Daumen.

Sind Höbbaddie-Fans eigentlich Masochisten? Und gibt es Eltern, die ihren Schutzbefohlenen anstatt ihnen mit Kühlung zu helfen, gequirltes Nichts anbieten?

Wer diesen Scheiß auch noch als Notfallmittel preist, macht sich unterlassener Hilfeleistung schuldig. Vollpfosten.

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13 Kommentare zu “CNN: neun gute Tipps, ein potenzierter Stuss und unterlassene Hilfeleistung

      • Es würde mich inzwischen nicht mehr wundern, sollte es nicht irgendwo eine Webseite oder ein Büchlein geben, wo genau solch eine Herangehensweise als probates Mittel der Schmerzlinderung angepriesen werden würde. Etwa: „Jeder Schmerz im Körper ist eine Rabulistenschwaffelsoundsodingenskirchenangelegenheit, weswegen im Tröterdröffelufftatafeld der Ausgleichschmerz aktiviert werden muss.“

        Das passende Notfallmedikament wäre dann der ganzheitliche, speziell resonanzoptimierte Gummihammer in Verbindung mit der körpereigenen (ganz wichtig) Muskelkraft. Bei Zahnschmerzen ein beherzter Schlag auf den linken großen Zeh, bei Gelenkschmerzen ein nicht zu knapp bemmessener Schwinger in die Nierengegend, schmerzen die Knie, müssen bis zum Eintreten einer Linderung die Finger der rechten Hand bearbeitet werden.

      • Oh ja, das könnte man sehr weitläufig ausarbeiten, mit vielen hübschen Details und pseudodurchblickerischen Hintergrundinfos. Hoffentlich liest das kein Esoteriker auf der Suche nach einem Geschäftsmodell…

  1. @Lalaburg
    hab im Netz nix gefunden, aber ich glaube mich zu erinnern, dass Otto (der Blödel, nicht der Versand) schon vor Jahrzehnten ähnliches rausgehauen hat: Wenn Dir das Knie weh tut, hau ich Dir aufs Auge, dann spürst Du ersteres nicht mehr (oder so). Den „resonanzoptimierten Gummihammer“ freilich solltest Du Dir patentieren lassen ;-)

    @gnadddrig
    wehe, wenn ein Eso das Geschäftsmodell klaut – dann wollen wir aber Tantiemen!!!!!elf!!eins!!!!1!!

    • Absolut. Wir entwickeln diese tollen Geschäftsmodelle ja nicht zum Spaß, das muss sich auch lohnen. Und von dem Gewinn bauen wir uns dann ein brandneues, echt souveränes Deutsches Reich, ok?

      • pff, Deutsches Reich ist doch Kinderkram,das haben die Reichsdeppen nur noch nicht gemerkt. Wir hingegen werden uns auf den ollen Carolus Magnus berufen und (mindestens) ein Fränkisches Reich ausrufen. Und weil wir so edel und demokratisch sind, wird’s keine Alleinherrschaft, sondern ein Triumvirat. Neben uns beiden könnte man ja mal Lalaburg fragen, ob er noch Zeit zum Mitregieren hat ;-)

      • Als nächstes müsste man dann nach England schauen. Das ist ja eine Gründung von ausgewanderten Protodeutschen, gehört also eigentlich zu unserem Frankenreich dazu…

      • Also, wenn man schon in der Historie wildert, wäre ich für eine großzügig bemessene Anlehnung an die populationsstreuende Errungenschaft der Völkerwanderung. Langobarden, Wandalen, Angeln, Goten, Sachsen – wo sind sie nicht überall gewesen, die germanischen Armutstouristen! Da kann man die Grenzen gar nicht weitläufig genug ziehen.

      • Das stimmt, gerade an die Vandalen hatte ich auch gedacht, waren die nicht u.a. in Spanien? (V)andalusien und so? Aber das sollte man behutsam Schritt für Schritt machen. Erstmal die offensichtlichen Gegenden, dann kann man sich von der Grundlage aus nach und nach weiter in die Vergangenheit vorarbeiten.

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