Reichsdeppenolympiade, Tag 1

Herzlich willkommen, Damen und Herrn, Reichsbürger und Schwallologen, zum ersten Tag der Reichsdeppenolympiade! Die aargks-Sportredaktion berichtet live von diesem Großereignis der Szene, zu der sich die Crème de la Crème von BRiD-Verweigeren eingefunden hat. Die Meldeliste ist ein Who-is-who der Reichsbürgenden GmBhisten, alle sind sie gekommen, um den sportlichen Wettkampf aufzunehmen.

Und schon wir steigen umgehend ein in die erste Disziplin, dem …

800-Meter-Hindernisschwurbeln, Vorlauf. Acht namenlose, aber beseelte und freie Teilnehmer gehen an die Startblöcke. Atemlose Stille senkt sich über das weite Rund. Wir befinden uns live in der ersten Vorrunde zum Bewerb. Der Diskussionsstartschuss fällt. Bereits kurz nach den Startblöcken strauchelt die Hälfte der Teilnehmer an Grammatik und Satzbau. Frohen Mutes schwurbeln die verbliebenen Hindernisargumentatoren auf die erste Hürde zu – doch was ist das? Bis auf einen zerschellen dort alle am simplen Menschenverstand. Der einzig verbliebene Teilnehmer kommt leider nicht am Zielstrich an, da er nach 88 Metern scharf rechts abgebogen ist. Schade, schade.

Aber es geht Schlag auf Schlag, wir schalten um in die Reichsmehrzweck-Halle, wo gerade das Finale beginnt im …

Grundgesetzheben: Wider Erwarten konnte in dieser Disziplin der Ur-Reichskanzler Ebel in die Endrunde einziehen (seine Sterbeurkunde war nicht mit roter Tinte unterschrieben), wo er auf seinen größten Konkurrenten Norbert Schittke trifft. Aufgelegt an der Langhantel ist das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Kontrahenten treten in der höchsten Klasse im Reichsadlergewicht gegeneinander an. Ebel beginnt. Wird er es diesmal schaffen? Vor Jahrzehnten begann sein Training für diesen Tag, das Grundgesetz auszuhebeln. Beherzt greift er zu, ein Kampfschrei, er zieht, er reißt, … und … nein, wieder nichts! Er scheitert, das GG der BRD war zu schwer für Ebel, aus, aus, aus! Das ist die Chance für Schittke. Wird er es schaffen? Er versucht sich in der Technik des Stoßens. Schittke setzt an, aber da rutscht ihm schon die Hantel aus der Hand, sie fällt, er fällt, Schittke geht in die Knie vor dem Grundgesetz, auch er versagt auf ganzer Linie. Enttäuschte Anhänger wenden sich ab und gründen eine eigene Grundgesetzhebeliga.

Schnell rüber auf die Reichsautobahn, ein Zwischenstand steht an im überaus spannenden …

Heim-ins-Reich-Marathon: Denis B., ein russischer inkarnierter Superjesus, liegt meilenweit in Führung, nachdem die meisten Mitläufer wegen  seines stringenten vollkommen bekloppten Redeausflusses auf den ersten Kilometern mit blutenden Ohren ins Sanitätszelt eingeliefert werden mussten. Diesen Endsieg kann ihm nur noch sein Fastvornamensvetter Dennis Ingo Sch. streitig machen, der nicht nur über ein „n“ mehr verfügt, sondern ihm mit echtem toitschen Stechschritt an den Fersen hängt. Es bleibt spannend, wer das Rennen machen wird, noch ist nichts entschieden.

Deshalb geben wir ab auf den Reichsreiterhof, just in diesem Moment beginnt hier das …

Dressurlabern: Tina W. sitzt anmutig auf „Prinz Alexander“, ihrem Reichsklepper, mit dem sie in der Vergangenheit zwar einige Erfolge feiern durfte, den sie jedoch wegen Liebesentzug testektomiert hat, und der folglich vom Reichsreiterkomitee zur kommissarischen Reichsstute herabgestuft wurde. Unbeeindruckt von solcherlei Petitessen reitet Tina W. anmutig auf den Platz und rhabarbert in einen anmutigen Fünfsiebteltakt die erste Reichsparade, nimmt die BRD GmbH hart an die Kandare und argumentiert eine wilde, gleichwohl leicht unsaubere Traversale – autsch, das stößt den Punkterichtern sauer auf – Tina W. hat sich leicht vergaloppiert, ein Reichsfluch entfährt ihren braunen roten Lippen, und das scheint auch ihr Pferd nicht kalt zu lassen, das die Nüstern nervös bläht – und ja, jetzt geschieht das Unglück, die Mähre scheut, sie schlägt aus und rast ohne Sinn und Verstand auf dem Reichsreitplatz umher. Mit Schaum vor dem Mund galoppiert sie orientierungslos durch den Reichsreiterhof, vollkommen irre! Und das Pferd erst.

Ja, so etwas hat man noch nicht gesehen. Mit Tina sind die Gäule durchgegangen, deshalb schalten wir ins Stadion zum …

Mannschaftsmahnwachen-Turnier: In letzter Minute musste das Reichsolympische Komitee die Regeln dieser Disziplin anpassen. Der Bewerb drohte zu platzen, weil die Wahnwichtel nicht mehr als drei Spieler pro Team aufstellen konnten. Nun jedoch stehen zwei Mannschaften im Endspiel, angeführt von Ferdinand K. auf der einen und Rüdiger K. auf der anderen Seite. Anpfiff! Schon stürmt Rüdiger K. wie weiland den Reichstag auch die gegnerische Hälfte, aber sein argumentativer Steilpass geht ins Leere. Buhrufe von den Rängen, Abstoß Ferdinand K., oh, der geht weit, er fliegt und fliegt und fliegt, doch da kommt der Pfiff des Unparteiischen – Ferdinand K.s Stürmer Xavier N. stand im rechten Abseits. Doch was ist das? Es kommt zum Eklat! Ferdinand K. erklärt das Schiedsrichtergespann für nicht zuständig, sein Kontrahent Rüdiger K. pflichtet ihm bei, beide Teams verlassen unter Protest den Rasen. Schnell rüber zum …

Steuerhochsprung: Es ist eine der ältesten Disziplinen im reichsolympischen Kanon. Noch nie hat einer der wackeren Steuervermeider es geschafft, die (wahrlich niedrige) Hürde zu überspringen. Aber es bahnt sich eine Sensation an, denn der zwar nicht mehr ganz junge, dafür umso engagiertere Athlet Detlef Sch. nimmt Anlauf. Und nein, er stolpert einen Meter vor der Argumentationslinie, nicht ohne zu lamentieren, dass das alles widernatürlich, aber je, er fällt auf die Schnauze und die Finanzamtsrichter heben die rote Fahne.

Das soll’s gewesen sein vom ersten Tag der Reichsdeppenolympiade, die deshalb so heißt, weil der Reichsdepp nicht weiß, dass eine Olympiade den Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen bezeichnet (und weil Reichsdeppenolymischespiele sich doof anhört). Schalten Sie demäxt wieder ein, um zu lesen, wie es weitergeht!

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