Der Nazi und das Untenrum

Frauke Petry ist schwanger. Während die Internethäme sich gerechterweise in Form von Jetzt-muss-sie-Herd-bekennen über ihr auskippt, geht das aargks dahin, wo es richtig weh tut und fragt sich: Wer macht denn so was? Oder allgemein, gleichwohl konkret: Wie haben Nazis Sex?

Machen sie’s hoch pflichtbewusst wie weiland für Gott und Kaiser und fürs Vaterland (nur ohne die ersten beiden) – Augen zu und durch? Lassen sie als romantischen Stimulus das Horst-Wessel-Lied von der Schellackplatte knödeln? Wie vorspielen Nazis – reicht ein gebelltes „Strammgestanden!“ um den kleinen Braunen zu erregen? Können Menschen, die sich derart vor sich selbst ekeln, dass sie mit dem Finger auf vor Krieg und Hunger und Verfolgung Geflüchtete zeigen müssen und „Pack“ brüllen, die wunderbare Zärtlichkeit des Aktes genießen? Oder ist Nazi-Sex bürokratisch wie das furchtbarste deutsche Wort für die schönste Sache der Welt: Geschlechtsverkehr – mit Vorfahrts- Einlass- und Geschwindigkeitsregeln? Beherrschen solche Leute die erhabenste aller sexuellen Künste, dem Partner echten Genuss zu verschaffen – oder sind sie im Bett so engstirnig und selbstbezogen wie in ihrem restlichen jämmerlichen Dasein, dass sie ebensogut in den Quark rammeln und Gurken vergewaltigen könnten? Wechseln Nazis die Positionen oder gilt die Devise „Missionarsstellung halten bis zum letzten Mann“? Wissen Menschen, die rappelbummsvoll mit Hass, Neid, und Missgunst sind, was das wunderbar sanfte Wort Liebesspiel bedeutet, oder knattern sie wie die Stuka einst auf Polen – schnell und erbarmungslos? Und: Ist Sex mit Nicht-Nazis entartet? So viele Fragen …

Zumindest die Antwort auf die letzte habe ich, denn so etwas kann kaum passieren. Klar, hat jedefrau und jedermann, die und der des Zechens kundig ist, schon einmal am Morgen danach gedacht: Was ist denn das da neben mir? Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage. Hingegen könnte ich gar nicht so besoffen sein, um mit braunem Pöbel zu pimpern, nein, ich fasse so etwas nicht an. Wenn literweise Destilliertes also nicht hilft, scheint es förderlich, gesinnungsblau und geistesbraun zu sein. Da schließt sich der Kreis und der Dichter ruft:

Ob blau, ob braun,
schön ist es nicht,
das anzuschau’n.

Oder sich nur vorzustellen. Egal, ob Nazis in Nadelstreifen oder die von Bürgertum untapezierte Variante des Skinheads, eigentlich mag ich gar nicht wissen, wie es in deren Betten zugeht. Oder nicht zugeht. Denn auf der Neonazi-Demo verlieren sich im Allgemeinen zwischen den Glatzen nur wenige echte toitsche Weibsbilder (nota bene: denn der Strammdeutsche schnackselt nur heteroisch, alles andere ist bähpfui in seinem kleinen Weltbild). Hier zeigt sich einerseits schön, dass Frauen eben doch den intelligenteren Teil der Menschheit darstellen, andererseits drängt sich die Frage auf, ob der männliche Nazi nicht vielleicht deswegen ein Nazi ist, weil er – wie es Neudeutsch so schön heißt – unterfickt ist? Wo ist die Ursache, wo die Wirkung? Schwierig. Es werden sich kaum genügend Freiwillige finden, der Beweisführung halber mit einem Neonazi ins Bett zu hüpfen. Wie es um die Frauendichte bei den blauen Nazis bestellt ist, kann ich nicht sagen, da ich bei Berichten in Funk, Fernsehen und Internet bezüglich der AfD schnell abschalte (und leider nicht schnell genug auf dem Baum war, um nicht mitzubekommen, dass die AfD-Mitchefin nach jenem nur noch einen weiteren Wurf vom silbernen Mutterkreuz entfernt ist) und mich lieber einem schönen Thema widme. Das aber ist privat, ätsch.

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2 Kommentare zu “Der Nazi und das Untenrum

  1. Naja, ich bin der Meinung, dass die meisten der männlichen mutwilligen Bildungsverweigerer und selbstverschuldeten Lebensversager nur deshalb so aggressiv auftreten, weil sie feststellen, dass ihnen kein unterwürfiges Weibchen, welches ihnen das Fressen und Bier hinstellt, die vollgeschissene Buchse wäscht, sich jederzeit ficken lässt und auch gerne mal als Punchingball herhält, zur Verfügung steht. Und für diesen Umstand muß nun Rache und Vergeltung an den „Schuldigen“ verübt werden.

    btw: schön, dass du wieder schreibst :)

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