Bundestagswahl 2017: Prolog 1 zum Schwurbelcheck, die Formalitäten

Es ist wieder da! Das aargks’sche Schwurbel-o-Meter deckt in der kommenden Serie gnadenlos das Gesülze der Parteien auf, die zur Bundestagswahl am 24. September antreten – und auch solche, die antreten wollten, aber aus diversen Gründen (zu wenig Unterstützer, doch keine Lust, zu doof zum Antrag ausfüllen …) die Hürde beim Bundeswahlleiter nicht geschafft haben.

Im Jahr 2013 ging es lediglich um Aussagen der Parteien zu Homöopathie, Religion, Verschwörungstheorien und deren Ansichten zu (echter) Wissenschaft.

Heuer erweitere ich das ganze und suche nicht nur nach Stichworten wie oben, sondern lese sämtliche Parteiprogramme, die ich finden konnte, komplett durch. Mal schauen, welche logischen Kurzschlüsse da aufploppen. Zum Beispiel soll es eine homophobe und ausländerfeindliche Partei geben, deren Bundesvorsitzende lesbisch und deren bayrischer Chef Migrant ist …

Egal. Ich habe am 27. Juli alle Programme heruntergeladen, die die Parteien im Netz stehen haben. Viele als PDF, manche stellen nur ein wenig Text auf die Website, ein paar gab’s gar nicht. Zugelassen sind 48 Parteien. 22 Parteien, die sich beworben haben, nicht.

Das Schwurbel-o-Meter ist frisch geölt und sieht so aus:

Schwurbel-o-Meter_2017

 

Und noch eine Neuerung: Anstatt die Parteien alphabetisch abzufrühstücken, habe ich mir erlaubt, sie in kleinen Kistchen vorzusortieren. Als da wären:

  • Nazis – „Wör sönd dö öchten Toitschen! Wöhlt Öns, Ihr linksgrönversifften Örschlöscher.“
  • Reichsbürger – „Wir wollen uns in ein System wählen lassen, das nach unserer Meinung gar nicht existiert und sehen keinen Widerspruch darin. Und wir sind keine Nazis! Wählt uns.“
  • Konservative – „Ja zum Nein! Fortschritt ist igitt! Wählt uns.“
  • Mitte – „Sind Sie Opportunist? Kommt drauf an! Wählt uns halt mal, kommt schon.“
  • Liberale – „Lieber Aal als FDP? Wirtschaft! Wählt.“
  • Linke – „Gerechtigkeit für alle! Aber dass mein SUV vorm Biomarkt ein Knöllchen bekommen hat, find ich scheiße. Wählen is total wichtig wegen Nazis und für meinen SUV.“
  • Ganz arg Linke – „Das Proletariat, das sich nicht für uns interessiert, will die Revolution! Wählt die Marxistischrevolutionärleninistischebrigade! Wählt die üchzehnte Sektion, vierundsöchtzigste Internationale.“
  • Esos – „Mh, weißste, wir machn voll Politik mit ganz viel Liebe und Einhornstaub, ne. Und Du bist voll n doofer Materialist, echtma.“
  • Klientelparteien – „Wir fordern für Cistransdimensionallinksgedrehte Grashalme einen kreuzgewinkelten, gelb-blau gestreiften Mähapparat. Ist wichtig! Rest egal! Wählt uns, zack.“
  • Irgendwas mit Politik – „Wir wissen nicht nur nicht, was wir wollen (oder nicht), sondern sind auch unfähig, das zu artikulieren, ätsch! Wählt uns (oder nicht, wir wissen’s auch nicht so genau, egal).“

Welche Parteien ich wo einsortiere, gibt’s demnächst, im Prolog Teil 2.

 

[Edit: bin schon am Abschluss fast und habe deshalb vom Epilog geschwurbelt, auweia…]

 

 

 

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5 Kommentare zu “Bundestagswahl 2017: Prolog 1 zum Schwurbelcheck, die Formalitäten

  1. Das mit den Kistchen zum Vorsortieren finde ich nicht ganz genial. So wie die Kistchen beschriftet sind, sind in allen ziemliche Dumpfbacken. Außerdem frage ich mich, ob viele Bewerber nicht in mehrere Kästchen passen (z.B. SPD: Konservative? Mitte? Linke? Irgendwas mit Politik?) Gespannt bin ich, wo Du Die Linke verorten wirst. Mit dem SUV zum Biomarkt fahren d i e bestimmt nicht, aber für ganz arg links mit marxistischleninistischrevolutionundsodunkelrot sind die zu sehr sozialdemokratisch. Vielleicht erfindest Du für die noch ein Kästchen „Naivlinge“, so nach dem Motto „Ist ja ganz nett, was ihr so wollt, aber geht ja sowieso nicht“ oder das Kästchen: „Schauspieler! Machen auf menschlich, wollen aber sowieso nur die Mauer wieder.
    Also, das mit den Kästchen finde ich nicht gut, aber auf den Schwurbelchen freue ich mich sehr.

    • Schwurbelchen passt schon ;-)

      Aber ja, ich sehe Deine – wie ich finde – sehr berechtigte Kritik daran, die Parteien in Kistchen vorzusortieren. Ich hatte dieselben Bedenken. Meine Motivation dahinter ist aber eine sehr banale: Ich möchte den 2013er-Schwurbelcheck nicht eins zu eins wiederholen.

      Deswegen habe ich mir gedacht, die Parteien mal zu sortieren, und (!) ich bin mir bei manchen Sortierungen sogar unsicher (kommt in den nächsten Beiträgen), ob ich richtig liege. Da lasse ich mich gern auf die Diskussion ein und werde das vielleicht sogar ändern („vielleicht“, weil hey, das is doch alles nehbenher und man/frau hat ja ne Tätigkeit und überhaupt mimimim ;-) )

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