Artikel ruiniert: Der verdammte letzte Satz

Vorgestern habe ich das journalistische Totalversagen des Saarländischen Rundfunks thematisiert. Heute das positive Gegenbeispiel der Saarbrücker Zeitung. Fast. Schamismus vorstellen, Hintergründe beleuchten, Motivationen beschreiben, ein ganz und gar objektiver Artikel. Um dann das Kunststück zu vollbringen, mit dem letzten Satz den kompletten Beitrag zu konterkarieren.

Was steckt hinter dem Boom spiritueller Praktiken? Das fragt der Artikel und geht neutral dieser Frage nach (klugscheißerisch könnte man die Frage stellen, ob es den Boom wirklich gibt und ob man das belegen kann, egal).

Bei der Lektüre des Beitrags dachte ich ständig, „genau“, „gut gesagt“, „richtig“.  Dass der Autor dann aufs Questiko-Eso-Magazin verlinkt, hat mich stutzig gemacht, aber okay.

Der Artikel betont, dass Skeptiker den Schamanismius kritisch sehen, dass nichts belegt sei, so weit, so gut – um dann im letzten Satz den neutralen Inhalt des Artikels in die Tonne zu treten, Zitat: „Die Erfolge, von denen manche Patienten berichten, sprechen jedoch für sich – und was letztlich zählt, ist das wiederhergestellte Wohlbefinden.“

aargks. Quacksalberei schadet. Schamanismus genauso wie Höbbaddie©. Depp.

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