1 : 1000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

In einer saudoofen Klickhure erklärt RP Online, welche Zauberkügelchen bei Operationen „unterstützend helfen“. C30 wird darin öfters als „Potenzierung“ empfohlen. Das ist dann 1:1060, ein Verdünnungsgrad, bei dem schon lange vorher nur noch Wasser mit Wasser (oder Zucker mit Zucker (oder Unfug mit Unfug)) vermischt wird. Die Journalistendarsteller jedoch quasseln den Höbbadddie©-Quark vollkommen unreflektiert nach.

Ich spare mir, auf jeden Blödsinn einzugehen, nur der hier:

Häufig kommt es nach Unfällen zum Schock. Hier hilft Aconitum ebenso wie wenn eine Operation in traumatischer Erinnerung bleibt, den Betroffenen nicht los lässt und sich In Folge dessen psychische Probleme zeigen.

Ein Schock ist ein akuter lebensbedrohlicher Zustand (hat so gar nix mit Hach-was-hab-ich-mich-erschrocken-Schreck zu tun). Tipp für RP-Online: Der kann tot machen, echt jetzt!

Einen Schock mit bis zur Unkenntlichkeit und zurück verquirltem Eisenhut (Aconitum) zu behandeln, ist fahrlässig und unterlassene Hilfeleistung. Dass RP Online diesen Käse nachschwafelt ohne auch nur ansatzweise zu hinterfragen, geschweige denn eine einzige kritische Anmerkung abzugeben, ist armselig.

Pro-Tipp für RP Online: Ändert Eure Rubrik von „Gut leben“ in „Schlecht sterben“. Dann passt’s wieder.

Bonus-Tipp 1 für RP Online: „unterstützend helfen“ ist Geschwurbel. Hilfe, die nicht unterstützt, ist keine. Entweder hilft Höbbaddie© oder nicht.

Bonus-Tipp 2 für RP Online: Sie hilft nicht.

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UPDATE 15.2.2015: Irexis hat mich darauf hingewiesen, dass dieses Gesabbel eine Anzeige ist. In der Tat! Schön weit unten, versteckt unter einem Werbeblock, damit man es nicht auf Anhieb sieht, steht das Wort „ANZEIGE“. Das taucht auf meinem Laptop-Bildschirm gar nicht auf ohne runterzuscrollen. Hier ein Screenshot mit extrem verkleinerter Darstellung und rot eingekringeltem Anzeigenhinweis:

rp

Da bin ich ja voll drauf reingefallen. Oder? Man könnte auch sagen, dass RP Online gegen den Pressekodex verstößt, werblichen Inhalt entsprechend zu kennzeichnen.

Pressekodex Richtlinie 7.1 – Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen
Bezahlte Veröffentlichungen müssen so gestaltet sein, dass sie als Werbung für den Leser erkennbar sind. Die Abgrenzung vom redaktionellen Teil kann durch Kennzeichnung und/oder Gestaltung erfolgen. Im Übrigen gelten die werberechtlichen Regelungen.

 

 

 

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11 Kommentare zu “1 : 1000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

  1. @gnaddrig

    Urtinktur “Schlechte Laune aufgrund von Deppenkommentar”

    Angesichts manches Dünnschisses, der auf unseren Blogs abgeladen wird, wären wir aber lange am Verdünnen ;-)

  2. Aaaaaaargs, https://www.youtube.com/watch?v=Dq7xjJgf9TE, ich musste Dich weiterempfehlen. Ich hatte keine andere Wahl.

    Mal so philosophierend juristisch …..

    Ich erwerbe in einer Apotheke ein Präparat, soll dort ja NOCH Präparate mit Wirkstoffen geben, soweit ich gehört habe.

    Jedenfalls entgleitet mir beim kramen in der Tasche eine Familienpackung Rohglobuli zu 500g und es entsteht folgende Situation.

    1. Ich entschuldige mich für meine Ungeschicktheit
    2. Das Zeugs hat sich wie Konfetti im Verkaufsraum verteilt, ist ja Karnevall (wobei uns Homöopathen immer zum Narren halten)
    3. Jetzt liegen unverpackte Medikamente (Streukügelchen, welch Ironie) für jeden zugänglich und ohne kenntlich gemacht worden zu sein offen herum.

    Muss der Verkaufsraum Aufgrund der Betriebsgefahr vorübergehend geschlossen werden? Globuli in einer Apotheke = Medikament? Für mich als Verursacher ist es nur harmloser Zucker und das kann bewiesen werden. Sollte jemand anderer Meinung sein, kann er den Beweis gleich erbringen, am besten vergleichend mit Präparaten aus dem Regal ;-).

    Ich meine, ein Apotheker belangt mich ja auch nicht gleich, wenn ich als Kunde Streusand oder Hundescheiße vom Gehsteig in den Verkaufsraum trage was ebenso ungeschickt gewesen wäre.

  3. Ich hab mir das mal angesehen. Das ist als Anzeige deklariert. Also Werbung, vermutlich geschaltet von diesem Zentralverein der homöopathischen Ärzte oder sehe ich das falsch? Machts irgendwie noch ekliger…

  4. Gerade wieder in einer Berliner Tageszeitung, in der Überschrift:
    „Sind homöopathische Mittel wirksam oder nicht? Darüber sind sich die Gelehrten seit jeher uneins.“
    Uneins? Nee, sind sie nicht. Die Wissenschaftler sind sich einig: wirkt nicht!
    Vielleicht wurde deshalb hier das Wort „Gelehrten“ gewählt?
    http://bit.ly/1MBpdpS

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